Gedanken zur Hundeszene - Beziehung vor Erziehung

 

Hunde haben - wie alle Caniden - eine genetisch verankerte Bereitschaft, sich unterzuordnen.

Um sich unterordnen zu können, muss es jemanden geben, dem der Hund vertraut und der ihn davon überzeugt, dass er der bessere Teamführer ist.

BE-ziehung vor ER-ziehung!

Bevor wir also erwarten, dass unser Hund "spurt" sollten wir immer erst einmal unsere eigene Präsenz durchleuchten.

Unsere Hunde haben über Jahrtausende gelernt, sich unseren Lebensverhältnissen anzupassen, unsere Körpersprache zu lesen und sich in Kooperation mit uns Vorteile zu verschaffen. Jeder Hund ist also bereit, mit uns zu kooperieren. Aus eigener Sicht macht der Hund alles richtig.

Doch zeigen wir Hundehalter die gleiche Bereitschaft zu kooperieren? Anstatt den Hund lesen und verstehen zu lernen, um miteinander zu kommunizieren, wird nicht selten lieber gestraft, geschimpft, verängstigt. Dabei ist es oft so einfach, MIT anstatt GEGEN den Hund zu arbeiten.

Und wollen wir ein Verhalten auf Dauer ändern, müssen wir die Ursache ändern - diese liegt oft im Verhalten des Menschen und dessen Umgebung begründet.

Egal wo - ob auf dem Hundeplatz, beim Trainer oder mit dem Verhaltenstherapeuten im eigenen Zuhause, in der Tierarztpraxis oder im Hundesportverein - der Hundehalter allein trägt die Verantwortung für das Wohl seines Hundes. Lassen Sie sich nicht von hochtrabenden Bezeichnungen in der Hundeszene irreführen. Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl! Ist Ihnen das, was man Ihnen empfiehlt, nicht geheuer, hinterfragen Sie es bzw. lassen Sie es nicht zu.  Egal, ob es im Fernsehen kam, in einem Buch stand oder ein Trainer oder der Züchter dies empfohlen haben...

KEIN Hund benötigt zur Erziehung oder Umerziehung einen Würger, ein Stachelhalsband, Strom, Halti, Bauchleine, Rütteldose, Wasserspritzpistole, Rumgeschreie, einen "Kick" in die Seite, einen Griff in den Nacken, einen Wurf auf den Rücken, einen Leinenruck etc.

Die Anwendung von einschüchternden oder schmerzzuführenden Mitteln zeugt einzig von der Inkompetenz des Anwenders bzw. Beraters.

Schüchtern wir unseren Hund ein, bringen wir ihn in ein Meideverhalten. Das Problem wird unterdrückt anstatt gelöst und kann sich verschärfen bzw. weitere Probleme nach sich ziehen. Vertrauen wird dadurch zunichte gemacht.

Ein souveräner Teamleiter hat es niemals nötig, einzuschüchtern!

Unterordnung kommt F R E I W I L L I G  von  U N T E N !

Bleiben Sie kritisch, wenn es um den Hund geht!

 

 

 

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